Wer wir sind

Tegel erfreute sich früher (und immer noch) eines glänzenden Rufs als Ausflugsort am Tegeler See mit seinen sieben Inseln. Gebildete pilgerten zum Schloss, um das Humboldt-Museum, den Park und die Familiengrabstätte der Humboldts und ihrer Nachfahren zu besuchen. Die hierhergezogene Firma Borsig stieg zum zweitgrößten Lokomotivhersteller weltweit auf. Über Goethes „Faust“ und den Spuk von Tegel ging der Ort sogar in die Weltliteratur ein. Auch etliche andere Autoren ließen Begebenheiten in ihren Werken hier spielen oder feierten Tegel in ihren Gedichten. Lange Zeit hieß es unter Verweis auf die „Königliche Strafanstalt“: „In Tegel ist noch ein Zimmer frei.“ Seinen höchsten Bekanntheitsgrad erreichte Tegel aber mit dem Flughafen TXL, wenngleich die wenigsten Flugreisenden auch den Ort kennen.

Die Geschichtswerkstatt Tegel beschäftigt sich mit der Geschichte des heutigen Ortsteils Tegel von Berlin – nicht mit der des Bezirks Reinickendorf und seinen zehn anderen Ortsteilen. Wir vermitteln historische Kenntnisse in die Öffentlichkeit, zum Beispiel beim Tegeler Geschichts-Sonntag (der jedes Jahr eine Woche nach Pfingsten stattfindet) oder über diese Internetseite. Gern nehmen wir Einladungen zu historischen Vorträgen oder Führungen an – auch in Schulen, Kirchengemeinden und Senioreneinrichtungen.

Da die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt in Tegel aufgewachsen sind, bemühen wir uns, hier eine Dauerausstellung über die Brüder Humboldt zu etablieren, denn eine solche fehlt in ganz Berlin!

Weitgehend unbekannt ist, dass ein wichtiger Teil der Entwicklung von Flüssigkeitsraketen und damit der Raumfahrt auf dem Gelände des Flughafens Tegel stattfand. Deshalb meinen wir: Das Raketenmuseum gehört nach Tegel! Wichtige Teile des Grundstocks sollten nicht nach Bayern oder in die USA gegeben werden.

Wer immer als Einheimischer oder als Zugezogener sich für Einzelheiten der spannenden Tegeler Geschichte interessiert, ist willkommen, bei uns mitzuarbeiten. Zeitzeugenberichte oder Dokumente sammeln wir gern und geben sie dann ans Museum Reinickendorf weiter.

Darüber hinaus wollen wir gelegentlich zu aktuellen wichtigen Entwicklungen in Tegel Stellung nehmen.

Weiße Flecken in der Geschichte Tegels warten darauf erforscht zu werden. Wer denkt, nach August Wietholz‘ „Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel“ (1922), der Broschüre „Tegel – Beiträge zur Großstadtwerdung eines Dorfes“ (1987) und des Buches „Tegel – Zwischen Idylle und Metropole“ (2015) sei alles über Tegel erzählt, der irrt.

Über das Innenleben von Borsig, über die Arbeiterbewegung in Tegel schweigt August Wietholz. Und der Ortsgeschichtliche Arbeitskreis Tegel traute sich 1987 nicht an das Thema „Kirchenkampf in Tegel“ heran, ein zu heißes Eisen in Tegel, wo die Nationalsozialisten eine starke Bastion hatten.

Wenn man in Tegels Geschichte einsteigt, stellen sich immer neue Fragen. Und viele ältere Bewohnerinnen Tegels können noch aus der Kriegs- und Nachkriegszeit Erlebnisse berichten, die es verdienen festgehalten zu werden. Leider gibt es den Ortsgeschichtlichen Arbeitskreis Tegel nicht mehr. Es wird höchste Zeit, sich wieder gemeinsam mit Tegels Geschichte zu beschäftigen!

Eine Fülle von Material hat sich bereits über die Arbeit an den Tegeler Geschichts-Sonntagen angesammelt, Stück für Stück werden wir es hier präsentieren.

Wir sehen unsere Arbeit im Kontext von lokalen Geschichtswerkstätten, insbesondere mit der Berliner Geschichtswerkstatt e. V., die bereits auf eine langjährige Tradition zurückblicken kann: http://www.berliner-geschichtswerkstatt.de.

Gern nehmen wir Ihre Rückmeldungen entgegen – sei es Lob, sei es Kritik, seien es wichtige Ergänzungen oder neue Beiträge.

 

MEINHARD SCHRÖDER

Meinhard Schröder wurde in Schwerin (Mecklenburg) geboren und kam vor dem Mauerbau in den Westen. Hier studierte er Theologie, Soziologie und Pädagogik und arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Universität Berlin. Dann erfolgte eine Umschulung zum Informationselektroniker. In diesem Beruf wirkte er die längste Zeit als Betriebsleiter.

Mit dem bevorstehenden Übergang ins Rentnerleben startete Meinhard Schröder erneut eine Ausbildung: zum Autor. Bisher erschienen von ihm: unterhaltsame Kurzgeschichten, Reiseerzählungen, Tiergeschichten für Kinder und das Sachbuch „Tegel – Zwischen Idylle und Metropole“. Demnächst erscheint die autobiographische Erzählung „Mein 2. Juni 1967 – Von der Studentenrevolte zum Kleingärtnerprotest“. Als Autor liest er gern eigene Texte und lehrt autobiographisches Schreiben.

Daneben betätigt Meinhard Schröder sich als Zeitzeuge und als „greeter“ bei den Berlin Greetern.

Längst ist Berlin seine Heimatstadt geworden. So bietet er Führungen durch verschiedene Ortsteile Berlins an, wie Friedrich-Wilhelm-Stadt, Kreuzberg 1-5, Neukölln, zu den Schinkelbauten der Innenstadt und zu den Potsdamer Schlössern, und organisiert Kurzreisen ins Brandenburger Umland. An der Volkshochschule hält er Vorträge zu stadtgeschichtlichen Themen. Seit 2012 beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte Tegels und entwickelte den Tegeler Geschichts-Sonntag, den er bisher gemeinsam mit anderen Interessierten viermal durchführte.

 

RAINER WERNER

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Rainer Werner wurde im Jahre 1946 in einem  schwäbischen Dorf in  Hohenlohe, der Landschaft des Pfarrers und spätromantischen Dichters Eduard Mörike, geboren. In Tübingen, der Universitätsstadt mit den berühmten Absolventen Kepler, Hölderlin, Hauff, Mörike, Hegel und Schelling, studierte er Germanistik, Geschichte und Politische Wissenschaft. Das Staatsexamen legte er an der Freien Universität Berlin ab. Nach einem kurzen Intermezzo an einer katholischen Privatschule erhielt Rainer Werner 1977 seine erste feste Anstellung als Lehrer an der Thomas-Mann-Oberschule in Berlin-Reinickendorf. Dort unterrichtete er zwölf Jahre lang Deutsch, Geschichte und Darstellendes Spiel („Schultheater“). 1989 wechselte er an die Schulfarm Scharfenberg, ein Gymnasium mit Internat. Dort wurde seine Arbeit geprägt von der reformpädagogischen Tradition der Schule, die noch in Ansätzen in der Gegenwart der Schule zu spüren war. 1999 wechselte er an das John-Lennon-Gymnasium in Berlin-Mitte, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2011 unterrichtete. An diesem Gymnasium wirkte er an der inneren Schulreform mit, die das Gymnasium zu einer der erfolgreichsten Reformschulen in Berlin machte.

Rainer Werner veröffentlichte Unterrichtswerke für den Deutschunterricht am Gymnasium  bei den Verlagen Klett und Schöningh. Er mischte sich auch in pädagogische und schulpolitische Debatten ein, die in der Öffentlichkeit geführt wurden. In der „Tageszeitung“, der „Frankfurter Rundschau“,  der „Welt“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlichte er Essays und Kommentare zur Bildung und zur Schulpolitik. Auch an Streitgesprächen im Rundfunk wirkte er als Experte mit. Als Ausdruck seiner langen  Unterrichtserfahrung und seines schulpolitischen Engagements entstanden  seine  Bücher „Auf der Lehrer kommt es an“ (2012), „Lehrer machen Schule“ (2014) und „Fluch des Erfolgs“ (2015). Außerdem hält er Vorträge zu pädagogischen Themen und berät staatliche Schulen und Schulen in freier Trägerschaft bei der inneren Schulreform. Rainer Werner führt einen eigenen pädagogischen Blog, in dem er Artikel zur aktuellen schulpolitischen Debatte veröffentlicht (guteschuleblog.wordpress.com).

Seit drei Jahren beteiligt er sich mit Führungen am „Tegeler Geschichts-Sonntag“.

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