6. Tegeler Geschichts-Sonntage: 16. und 23. Juni 2019

Der große Umbruch: 1970 – 87

Übersichtsführung
Der Boden von Tegel war schlecht, also ging es den Bauern nicht
gut. Die Nonnen des Klosters Spandau, denen das Dorf Tegel gehörte,
nahmen darauf mit ihren Abgabeforderungen Rücksicht.
Nach der Reformation änderte sich das. Aber die Bauern wussten
sich auch zu wehren, wenn sie das Gefühl hatten, von hohen
Herren über den Tisch gezogen zu werden, z. B. bei der sogenannten
Bauernbefreiung. – Erst 60 Jahre nach dem ersten Industriebetrieb,
dem „Eisenhammer“, kam mit dem Lokomotivbauer
Borsig die Großindustrie nach Tegel. Jetzt ging es Schlag
auf Schlag: Wasserwerk, Gefängnis und Gaswerk wurden auf
Tegeler Gelände für Berlin gebaut. Und die Bauern verdienten
beim Grundstücksverkauf, als Wohnungen für die Borsig-Arbeiter
gebraucht wurden. Gleichzeitig war Tegel der Ausflugsort
für die Berliner. – Eine Übersichtsführung für alle, die gern vor
Ort etwas über die Geschichte Tegels erfahren möchten.

 Sonntag, 16. Juni, 10.30 Uhr | Alt-Tegel, am Wietholz-Gedenkstein,
hinter der Dorfkirche | 1,5 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Altes Wasserwerk Tegel
1898 errichtete Tegel für die
wachsende Gemeinde ein
eigenes Wasserwerk – obwohl
es am Tegeler See bereits
eines der Stadt Berlin
gab. Das Wasserwerk Tegel
versorgte auch die neue
königliche Haftanstalt mit
Wasser und zwar zu – für
Tegel – günstigen Konditionen,
so dass der Betrieb
sich für die Gemeinde als lukrativ erwies. Allerdings tauchten
eines Tages Fäkalkeime im Reinwasser auf. Was war passiert?
– Als Tegel 1920 in Groß-Berlin aufging, musste natürlich
das dritte Wasserwerk im Umkreis schließen. Heute wohnen
in den Wohngebäuden Mieter, während die Werkstätten
gewerblich genutzt werden. Das gesamte Ensemble mit ihrer
Dorfanger ähnlichen Gestaltung, einem kleinen Wäldchen
und einem Eiskeller steht unter Denkmalschutz, gleichwohl
soll das Gelände weitgehend mit hochpreisigen Eigentumswohnungen
bebaut werden.

 Sonntag, 16. Juni, 10.30 Uhr | Trettachzeile 15, 13509 Berlin
1 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Abgerissene Schmuckstücke
Wenn ein Ort wächst, muss
Altes weichen. Man kann
diesen Prozess schonend
gestalten oder brachial mit
Spitzhacke oder Abrissbirne
zu Werke gehen. Manchmal
stellt man bedauernd fest:
So ist das nun einmal – ein
kleines Haus muss einem
größeren Platz machen, damit
mehr Menschen eine Unterkunft finden. Aber einige Neubauten
stellen keine Augenweide dar und halten keinem Vergleich
mit ihren Vorgängern stand. Leider durchlebte Tegel eine
Epoche der Abrisswut: Bauernhaus, Restaurant, Hotel und Villa
– alle wurden gnadenlos abgeräumt. – An einigen Stellen werden
wir uns anhand alter Fotos die vergangene Pracht vergegenwärtigen.
Andrerseits möchte ich Ihnen gerettete Gebäude
des alten Tegels zeigen, die viel Atmosphäre ausströmen; was
hätten wir verloren, wenn auch sie verschwunden wären! Um
ein Gefühl für die Vergangenheit unseres Ortes zu bewahren,
sind sie unverzichtbar. Dazu gibt es Geschichten zur Geschichte
der jeweiligen Bauten, ihrer Besitzer oder Nutzer.

 Sonntag, 16. Juni, 12.00 Uhr | U-Bahnhof Alt-Tegel, am
Brunnen, 13507 Berlin | 1,5 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Hafen und Industriebahn

Die Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde
(ITF) war mit rund 25 Kilometern
die längste Industriebahn in
der unmittelbaren Nähe Berlins. Der
Landkreis Niederbarnim und die Gemeinde
Tegel eröffneten 1908 den
Tegeler Hafen und gemeinsam mit
anderen Gemeinden gleichzeitig die
ITF. Damit sollte einerseits ein Großteil
des Gütertransports auf dem geplanten
Großschifffahrtsweg BerBahn der industriellen Erschließung der Gebiete nördlich Berlins
dienen. Allerdings gab es hier ein Überangebot an Industrieflächen.
Nach dem Mauerbau wurden die Gleise im Ostteil
entfernt, die ITF belieferte im Wesentlichen nur noch das Heizwerk
Märkisches Viertel mit Kohlen. Seit dem Jahr 1993 wurde
der Zugverkehr offiziell eingestellt. Die ehemaligen Gleisanlagen
sind zu einem großen Teil demontiert. Nur vereinzelt gibt
es noch Hinweise auf den ehemaligen Streckenverlauf. Bei einem
„Schienenspaziergang“ laufen Lars Molzberger und Michael
Bayer die Strecke der ITF in Tegel bis zum Steinbergpark
ab und erläutern dabei die Geschichte des Bahnverkehrs.

 Sonntag, 16. Juni, 14.00 Uhr | Zugbrücke am ehemaligen
Tegeler Hafen (Zugang zw. Humboldt-Bibliothek und Medical
Park) | 1,5 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Reif für die Insel – Scharfenberg
Ein Eiland im Tegeler
See, umgeben
von breiten
Schilfgürteln, bewachsen
mit seltenen
Bäumen aus
aller Welt; Schafe
grasen auf saftigen
Wiesen, Pferde
traben – von Kindern
am Zügel geführt
– durch das
sandige Gelände.
Ein Feriendorf für
gestresste Städter? Ein Jugend-Camp der Pfadfinder? Nein:
eine Schule! Ein Gymnasium mit Ganztagesbetrieb und angeschlossenem
Internat. Es ist eine alt-ehrwürdige Schule, 1922
von einem jugendbewegten Studienrat aus dem Wedding gegründet.
Er wollte mit seinen Schülern dem Pauk-Betrieb der
städtischen Gymnasien entfliehen und das Lernen mit einem
Leben in der Natur verbinden. Die Lernmethode war revolutionär:
„Lernen mit Herz, Kopf und Hand“ – so hieß das Motto der
Reformpädagogik. Vormittags Latein und Mathe, nachmittags
Tischlerei oder Schmiede. In der Landwirtschaft arbeiteten
alle Schüler, da die Schule in den Anfängen der Weimarer
Republik Selbstversorger war. Die Gemeinschaft wurde großgeschrieben.
Pädagogen aus ganz Deutschland schwärmten
von der pädagogischen Inselrepublik. Selbst die berühmte
Odenwaldschule, die Kinder der künstlerischen Prominenz in
ihren Reihen hatte, suchte den pädagogischen Austausch mit
der Schulfarm im Tegeler See. Ein Kleinod im Tegeler See.

 Sonntag, 16. Juni, 14.00 Uhr und 23. Juni, 14.00 Uhr | Fähre
nach Scharfenberg, Wasserrettungsstation Waldkauzstr.,
13505 Berlin, (pünktlich!) | 1,5 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Das preisgekrönte Konzept der IBA für Tegel
Bei der Vorstellung dieses besonderen Projekts der Internationalen
Bauausstellung (IBA) 1987 wird zunächst das Spannungsfeld
von Städtebau und Architektur beleuchtet, verschiedene
Bau- und Siedlungstypen
seit der
Gründerzeit bis heute
umrissen, und die
Ziele aufgezeigt, die
mit IBAs bundesweit
verfolgt wurden und
werden. Folgende
Fragen werden beantwortet:
Was war
der Anlass für die Berliner IBA 1987? Wie ordnete sich das Tegel-
Projekt in die IBA ein, welche Bestandteile/Einzelprojekte
gab es, was wurde von den ursprünglichen Plänen realisiert
und was hat es gekostet? Wer waren die an diesem und den
anderen Projekten Beteiligten? Und dann noch: Was waren die
Ziele der postmodernen Architektur, was hat sie in Bewegung
gebracht und was davon hat bis heute „überlebt“? Wie ist die
heutige Situation im Projektgebiet Tegel?

 Sonntag, 16. Juni, 15.30 Uhr | Karolinenstraße, Ecke
Am Tegeler Hafen | 1,5 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Das Fließ: Vom Nutz- zum Schutzgebiet
Seine Wiesen wurden
landwirtschaftlich genutzt,
sein Wasser, um
die Tegeler Mühle anzutreiben,
der aufgestaute
Mühlenteich
für Fischzucht. Darüber
kam es oft zu
Konflikten. Heute ist
das Tegeler Fließ ein
Naturschatz mit einem organischen Tieflandfluss in einer flachen
Talaue, mit großer Biotop- und Artenvielfalt, ein Modell
für Hochwasserschutz, ein Naturparadies für Erholung, Freizeit
und Umweltbildung und Naturschutz. Seit Oktober 2017 ist das
gesamte Fließtal Naturschutzgebiet. Das europäische NATURA
2000-Gebiet mit Vogelschutzgebiet und FFH- Schutzgebiet hat
damit endlich seine nationale Ergänzung gefunden. Hier bilden
Wald und Feuchtgebiete, Wiesen und Sümpfe, Inseln, Seen und
Teiche, Siedlungen und Verkehrswege, Stadt und Natur einen
engem Verbund. Eiszeitliche Spuren und technische Bauwerke
von heute liegen dicht beieinander. In allem erfahren wir Wechselwirkung,
würde Alexander von Humboldt sagen, wenn wir
die Fakten als Ganzes in Zusammenschau betrachten oder wie
alles miteinander zusammenhängt.
 Sonntag, 16. Juni, 17.00 Uhr | Einfahrt Medical Park, An der
Mühle | 2 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Die Oberflächenwasser-Aufbereitungsanlage
Warum wurde sie bis 1985 gebaut? In den Siebzigerjahren
drohte der Tegeler See abzusterben. Über den Nordgraben,
aber auch über das Tegeler Fließ, kamen zu viele „Nährstoffe“
hinein, zu einem großen Teil von den reichlich „gedüngten“
Rieselfeldern. Um die Erholungslandschaft am Tegeler See zu
erhalten, gehörte zu den Aufgaben der Internationalen Bauausstellung
1987 auch der Bau einer Phosphat-Eliminierungsanlage
(heute: Oberflächenwasser-Aufbereitungsanlage). Neben
dem Wasser des Nordgrabens wird auch ein Teil des Fließwassers
und sogar der Havel gereinigt. Zwei Rohre im Tegeler
See dienen dem Transport des Havelwassers. Der renommierte
Architekt Gustav Peichl entwarf das an ein Schiff erinnernde
Gebäude der Industrieanlage. Die Kosten betrugen damals
schon die beachtliche Summe von 210 Millionen DM, aber der
Aufwand hat sich gelohnt: Der Tegeler See wurde gerettet und
ist heute ein sauberes Gewässer.

 Freitag, 21. Juni, 11.00 Uhr | Buddestr. 33, 13507 Berlin
2 Std. Eintritt frei

Tegel nach Krieg und Mauerbau

Der Aufruf der Widerstandsgruppe „Mannhart“, die Rote Armee
mit roten Fahnen zu begrüßen, erwies sich als groteske
Verkennung der Stimmung unter den Menschen auch in Tegel.
Zwar gab es bald einen kommunistischen Bürgermeister
in Reinickendorf, aber ehedem Inhaftierte mussten nun mit
ihren Denunzianten zusammenwohnen. – Bei Borsig packten
alle an, um ihren Betrieb wiederaufzubauen. Jedoch betrieb
die französische Besatzungsmacht jahrelang die zweite
Demontage Borsigs. – In Tegel bauten die Trümmerfrauen
den zweiten Flugplatz in nur drei Monaten, um die Blockade
Berlin-Wests durch die Sowjetunion zu brechen. – Erst nach
1953 konnte der dringend benötigte Bau neuer Wohnungen
beginnen: einfache Häuser, aber mit Balkon. Und erstmals in
Tegel: zwei moderne Wohnhochhäuser. – 1958 eröffnete Willy
Brandt die neue U-Bahnlinie bis Tegel. – Der Mauerbau bedeutete
auch für Tegel einen Schock – und den Verlust billiger
Arbeitskräfte aus dem Osten. Das Sterben der Ausflugslokale
begann. In den Sechzigern setzte der Tegeler Architekt Heinz
Schudnagies mit seinem Stil neue Akzente im Wohnungsbau.
Nach 1968 wurde ganz neu gedacht und großräumig neu gestaltet,
aber auch abgerissen.

 Samstag, 22. Juni, 19.30 Uhr | Seminarzentrum Tegel,
Schlieperstr. 7, 13507 Berlin | 1 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Reiswerder: Das kleinste Rathaus
Die Geschichte
der Insel Reiswerder
ist eng
mit der ihrer
Nachbarinsel
Baumwerder
verbunden, wo
sich der Verein
der Naturfreunde
(VNBR)
zwischen 1907
und 1914 aus
der Nordberliner Arbeiterschaft formierte. Reiswerder selbst
kam zur gleichen Zeit durch die Pächterfamilie Bonus in landund
gartenwirtschaftliche Nutzung. Die gemeinsame Geschichte
von Verein und Insel beginnt 1943 mit einem spektakulären
Umzug der Naturfreunde von Baumwerder nach Reiswerder.
Hier ist der VNBR noch heute ansässig und leistet durch die
ökologische Lebensweise seiner Mitglieder – u. a. ohne fließend
Wasser und Elektrizität – einen wichtigen Beitrag zum Erhalt
des Landschaftsschutzgebiets Tegeler See. – Beim Inselrundgang
über die 3,5 Hektar große Insel gibt Dr. Lothar Berndorff
Einblicke in die bewegte Insel- und Vereinsgeschichte.

 Sonntag, 23. Juni, 10.30 Uhr (Abfahrt der Fähre!) | Fähranleger
(hinter dem DLRG-Häuschen), Weg nach Reiswerder
(Bus 133), 13507 Berlin | 1 Std. (Führung mit Einkehrmöglichkeit)
6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro/zzgl. 2,- Euro Überfahrten

Blaue Zwiebeltürme über Tegel
Im Norden Berlins entdeckt
man nicht weit von
der Stadtautobahn entfernt
eine bauliche Rarität:
die russisch-orthodoxe
Kirche St. Konstantin
und Helena. Sie gehört
zu dem Friedhof der Bruderschaft
des heiligen
Fürsten Wladimir. Erbaut
wurde sie 1894 nach dem
Vorbild der Basilius-Kathedrale in Moskau von dem deutschen
Architekten Albert Bohm. Auf dem Friedhof liegen zahlreiche
Exilrussen begraben, darunter viele bekannte Adelige. Auch der
Vater des Schriftstellers Vladimir Nabokov fand hier seine letzte
Ruhestätte. In der Schlacht um Berlin fielen 1945 viele sowjetische
Soldaten. Etliche wurden in heimischer Erde auf dem
Friedhof der Tegeler Kirche beigesetzt. Zar Alexander III. hatte
nämlich zur Einweihung des Friedhofs 4.000 Tonnen Erde aus
Russland nach Tegel transportieren lassen, so dass der Friedhof
fünf Zentimeter mit russischer Heimaterde bedeckt ist. Die orthodoxe
Tradition verlangt ein Begräbnis in heimatlicher Erde.
Die kleine, aber sehr aktive orthodoxe Gemeinde pflegt diese
einmalige Basilika und den Friedhof bis heute. Auch im modernen
Berlin finden im Schatten der riesigen Friedhofsbäume
Russen ihre letzte Ruhestätte. Die neun Glocken im Eingangstor
wurden einst von der Wehrmacht geraubt und dann von der
Sowjetarmee der hiesigen Kirche übergeben.

 Sonntag, 23. Juni, 10.30 Uhr | Wittestr. 37, 13509 Berlin
1 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Die Markthalle, Hertie und das Tegel-Center
1908 entstand in Tegel
eine private Markthalle –
privat im Unterschied zu
Berlin, das seine Markthallen
kommunalisierte.
Und sie blieb privat auch
nach der Eingemeindung
Tegels 1920. 1958 erhielten
die Stände endlich
eine Überdachung und
einen Betonboden, man musste bei Regen nicht mehr durch Pfützen waten, wenn man Fleisch, Eier, Gemüse und Obst einkaufen wollte. Mit der Errichtung
des Tegel-Centers erhielt die Markthalle endlich einen
festen Platz im neuen Gebäude. Der geschlossene Immobilienfonds
Tegel-Center bediente seine Anleger, in Unterhalt und
Modernisierung steckte er kaum Geld. Als der Sanierungsstau
zu groß wurde, stand die Immobilie zum Verkauf – aus den Erlösen
konnten noch nicht einmal die Bankschulden bedient werden.
Erst ein Großinvestor stemmte Abriss, der nun billiger erschien,
und Neubau. – Das neue Karstadt hatte viele Vorläufer:
Kepa, Epa, Karstadt und Hertie.

 Sonntag, 23. Juni, 12.30 Uhr | Eingang Fußgängerzone
Gorkistraße, Ecke Berliner Str., 13507 Berlin
0,75 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Schudnagies` Bauten in Tegel
Wie kaum ein anderer Architekt
prägt Heinz Schudnagies das Bild
Tegels. Seit 1957 versuchte er, in der
Nachkriegsarchitektur neue Wege
zu gehen und orientierte sich an
seinem Vorbild Hans Scharoun. Seine
hiesigen Häuser fallen durch ihre
nicht-rechteckigen Grundrisse auf.
Das zeigt sich auch an den mehrfach
gebrochenen Wänden, die ebenfalls
nicht im rechten Winkel zueinander
stehen. Für Tegel, wo er geboren wurde,
entwarf er Wohnhochhäuser, wie
Neptun, Nixe und Seeblick, sowie die
Bebauung zwischen Alt-Tegel und
Am Tegeler Hafen. Zuvor hatte er hauptsächlich Einfamilienhäuser
im Grünen geplant. Der Martin-Gropius-Bau widmete
dem Tegeler Architekten 1992 eine eigene Ausstellung. Seinen
Nachlass verwaltet die Berlinische Galerie.

 Sonntag, 23. Juni, 12.30 Uhr | U-Bahnhof Alt-Tegel, am
Brunnen, 13507 Berlin | 1 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Mittelalterliche Wölbäcker im Tegeler Forst
Jüngste archäologische Untersuchungen zeigen, dass im Mittelalter
der Tegeler Forst über Jahrhunderte hinweg großflächig
gerodet und vom Dorf Heiligensee als Ackerland benutzt wurde.
Die Ackerflächen können heute noch leicht von Laien anhand
ihrer überraschenden und imposanten Wellengestalt erkannt
werden. Die Führung zu einem dieser so genannten Wölbäcker
beginnt
am Rand von
Konradshöhe
und beinhaltet
Informationen
zur lokalen
Geschichte
und den
Besonderheiten
dieser Art
von Ackerbewirtschaftung.
Eingegangen wird außerdem auf moderne Lasermessverfahren
(LIDAR) und Computeranwendungen, die
das Erkennen ungewöhnlicher Bodenstrukturen ermöglichen
und bereits zur Entdeckung zahlreicher archäologischer Spuren
geführt haben. – Laufweg ca. 2 km, festes Schuhwerk ratsam.

 Sonntag, 23. Juni, 14.00 Uhr | Bus 222, Haltestelle Spechtstraße,
13505 Berlin | 1 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Der Norden Tegels wird umgekrempelt
Zwei Ereignisse markieren 1970 einen Einschnitt in Tegels Geschichte:
die Schließung des Hafens und die Übernahme Borsigs
durch die Deutsche Babcock AG. Noch ist die Deindustrialisierung
in ihrem ganzen Ausmaß nicht spürbar. Aber Tegel
wird umgekrempelt, auf dem Luftbild kann man überall den zu
Tage tretenden Dünensand erkennen. Straßen erhalten im Zusammenhang
mit dem Bau der Autobahn eine neue Wegführung,
das großflächige Tegel-Center mit Parkhaus, Bürohochhaus
und Markthalle entsteht, ein, ja zwei Fußgängerzonen, sogar
ein neuer Friedhof. Der ganze Umbruch gipfelt in den Neubauten
der IBA 1987: Humboldt-Bibliothek, die Oberflächenwasser-
Aufbereitungsanlage (OWA) und die Wohnbauten am
ehemaligen Hafen und an der OWA. – Tegel hat sein Gesicht
verändert.

 Sonntag, 23. Juni, 16.00 Uhr | Karolinenstraße, Ecke Am
Tegeler Hafen | 1 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Der Friedhof Am Fließtal und die Kapelle
von Fehling & Gogel
1975 in Betrieb genommen, heute
schon zum großen Teil entwidmet.
Hat Tegel nicht genug Tote?
Oder vertragen die Toten den Boden
nicht? Und warum wurde es
nicht der schöne Landschaftsfriedhof,
den die Architekten Fehling und
Gogel entworfen hatten? Kaum jemand
kennt das Grab der bedeutenden
Antifaschisten Else und Kurt
Megelin; er leitete bis 1945 die zahlenmäßig
größte Widerstandsgruppe.
– Eingebettet in eine Düne und
gleichzeitig auf ihr thronend, steht
die Kapelle der beiden ungewöhnlichen Architekten, sie entwarfen
Gebäude, in denen man sich wohlfühlen sollte.

 Sonntag, 23. Juni, 17.30 Uhr | Waidmannsluster Damm 13,
13509 Berlin | 1 Std. 6,- Euro/ermäßigt 4,- Euro

Tickets vor Ort erhältlich

Entwicklung und Organisation: Meinhard Schröder,
Telefon: 030 43745207, E-Mail: havelbruegge@posteo.de

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