Führungen

Tegeler Geschichtssonntag

Führung über die Insel Scharfenberg

von Rainer Werner

Herzlich willkommen zur Führung über die Insel Scharfenberg. Sie ist mit 20,6 ha  die größte von sieben Inseln im Tegeler See. Entstanden ist sie wie alle anderen Inseln  und der See  in der Eiszeit, also vor 2,7 Millionen Jahren. Das aus Skandinavien vordringende Eis schuf Rinnen und Mulden, die sich nach dem Abschmelzen des Eispanzers mit Wasser füllten und die Flüsse und Seen in der Norddeutschen Tiefebene bildeten. Die Erhebungen wurden dabei  zu  Inseln.

Die Insel Scharfenberg verläuft in Nord-Süd-Richtung, wir befinden uns hier an der Nordspitze. Der Verlauf der Insel ist sehr schmal, so dass man an der schmalsten Stelle vom Mittelweg aus  links und rechts das Wasser sehen kann. Der vordere (nördliche) Teil, in dem sich die Schule befindet, ist Landschaftsschutzgebiet, der hintere (südliche) Teil Naturschutzgebiet.

Der Name Scharfenberg verdankt sich einer Legende. Der Sage nach landeten in der Walpurgisnacht, also am 30. April, Hexen aus dem osteuropäischen und asiatischen Raum, die es nicht mehr auf den Brocken im Harz („Blocksberg“) schafften, weil sie müde oder flügellahm waren. Sie  ließen sich auf der höchsten Erhebung der Insel, die hier an der Nordspitze liegt und ca. 10 m beträgt, nieder und feierten ihren eigenen Hexensabbat. Weil man unter Hexen „scharfe Frauen“ verstand, wurde der Hügel  „scharfer Berg“ getauft, woraus dann der Name  Scharfenberg wurde. Obwohl es in der Landwirtschaft der Schule auch Schafe gibt, hat der Name nichts mit dieser Nutztierart zu tun, wie man manchmal irrtümlich in Berichten über die Schule  lesen kann.

Die erste urkundliche Erwähnung der Insel findet sich in einem  Kirchenmatrikel in Spandau und datiert aus dem Jahr 1714. Dem Eintrag zufolge hatte seit dem Hochmittelalter  ein dortiges Benediktinerinnenkloster St. Marien die Grundherrschaft über die Insel Scharfenberg inne. Nach der Säkularisierung im Jahre 1558 wurden die Kirchen- und Klostergüter den Gütern der Herzöge und Könige  zugeschlagen. Das Kloster St. Marien war 1239 von den  Markgrafen von Brandenburg Johann I. und Otto III, genannt der Fromme,   gegründet worden. In ihm wohnten 60-70 Nonnen, zumeist adelige Fräulein, die auf dem Heiratsmarkt keinen Mann gefunden hatten und deshalb ins Kloster gingen. Hier erhielten sie eine umfassende Ausbildung. Sie arbeiteten entweder im angeschlossenen Krankenhaus oder als Lehrerinnen in dem dazugehörigen Mädcheninternat. Das Kloster war sehr reich und verfügte über einen umfangreichen Grundbesitz. Er resultierte aus den Schenkungen, die die adeligen Frauen beim Eintritt in das Kloster leisteten. Elf Dörfer gehörten zum Kloster St. Marien: Lankwitz, Lietzow (Charlottenburg), Lübars, Gatow, Kladow, Seeburg, Tegel, Dalldorf (Wittenau), Plötzensee u.a.. Der klösterliche Landbesitz umfasste  auch die Insel Scharfenberg, die damals  zum Dorf Tegel gehörte. Das Spandauer Kloster gibt es heute nicht mehr, auch das Gebäude ist verschwunden. Nur noch die Namen „Jungfernheide“ und „Nonnendammallee“ erinnern an seine Existenz. Nach der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgelöst. Die Nonnen durften jedoch  bis zu ihrem Tod im Kloster bleiben.

Das Kloster der Benediktinerinnen hat  die Insel Scharfenberg an Bauern verpachtet. Die ersten Pächter waren Kolonisten, die die bewaldete Insel rodeten, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Quellen deuten darauf hin, dass während des 30-jährigen Krieges die Bauern aus den umliegenden Dörfern auf der Insel Schutz suchten, wenn kämpfende Truppen ihre Dörfer heimsuchten. Im Wald und Gebüsch konnten sie sich mit ihren Familien gut verstecken.

1752 gingen Nutzungsrechte an der Insel als Entschädigung an das Schloss Tegel; der Erbpächter des Schlosses hatte sich zum Anbau von 10.000 Maulbeerbäumen verpflichtet und so wichtiges Ackerland verloren. Alexander Georg von Humboldt, Vater von Wilhelm und Alexander, konnte 1777 die Erbpachtrechte über die  Insel Scharfenberg erwerben. Aber erst sein Sohn Wilhelm gliederte 1822 die Insel vollständig in seinen Besitz ein, als er die Umwandlung der Erbpacht an Gut und Schloss Tegel in ein Allodialgut erwirkte.“

Im Hintergrund des Dreiseitenhofs  sehen Sie ein Gebäude aus roten  Backsteinen. Es ist das sog. Gärtnerhaus, in dem früher der Gärtner wohnte. Heute wohnen darin der Hausmeister der Schule und die Landwirtin. Das Gebäude stammt aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und entspricht dem Baustil der Backsteinvilla, der in der Gründerzeit weit verbreitet war.

(Verweis auf das Cover des Buches „Scharfenberg unter dem Hakenkreuz“, das zeigt, wie im Januar 1933 die Fahne der Weimarer Republik eingeholt und statt ihrer die Hakenkreuzfahne gehisst wird. Das Foto stammt von Ernest Freud, einem Neffen von Siegmund Freud, der als Schüler die Schulfarm besuchte. Er verließ kurz danach die Schule, weil Juden nicht mehr unterrichtet werden durften.)

Auf der rechten Seite sehen Sie das modernste der drei Gebäude am Eingangsplatz. Es ist das Fährhaus und stammt von dem Architekten Richard Ermisch aus dem Jahre 1927. Das Gebäude ist dem Bauhausstil verpflichtet, also ein funktionaler Bau mit einfachen Formen und Flachdach. Die Architektur des Hauses folgt dem Motiv des Schiffbugs.  In der vorderen Rundung befindet sich unten die Wachstube der Fährleute, oben eine Schifferstube zum Übernachten. Das bekannteste Gebäude, das Ermisch in Berlin errichtet hat, ist die Eingangshalle  des Berliner Messegeländes (Nordflügel).

Hier sehen Sie einen Gedenkstein für einen weiteren prominenten Besitzer der Insel Scharfenberg: Carl August Bolle  (1821-1909). Er entstammt der Bolle-Dynastie, die durch Bierbrauen reich geworden ist. Carl August musste nie arbeiten, sondern konnte seinen privaten Studien nachgehen. Er studierte Medizin und Biologie. Die Naturforschung machte er zu seinem Hobby. Zusammen mit Alfred Brehm gründete er die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft. Er entdeckte eine Taubenart, die Lorbeertaube,  und die Säulen-Silber-Pappel. Beide sind nach ihm benannt. Im Jahre 1867 erwarb  C. A. Bolle  die Insel Scharfenberg.  1883  baute er auf der Insel eine Villa mit einem hohen Turm, von dem aus man den ganzen Tegeler See überblicken konnte. Sie wurde  1958 wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen. An derselben Stelle wurde dann 1961 das Zentralgebäude der Schule errichtet.  Von seinen zahlreichen Auslandsaufenthalten brachte Bolle  Setzlinge und Samen  von exotischen Bäumen mit, die er auf der Insel anpflanzte. Es sollen über 1200 fremdländische Bäume und Sträucher gewesen sein.  Mit den Bäumen legte er einen dentrologischen Garten an (Arboretum) und führte Besucher durch die Anpflanzungen. Als Bolle 1909 starb, vermachte er die Insel dem Berliner Magistrat mit der Auflage, sie für die Jugenderziehung zu nutzen. Begraben liegt Bolle auf dem Berliner Matthäikirchof in Schöneberg. Was Sie hier sehen, ist also kein Grab-, sondern ein Gedenkstein.

Wir befinden uns jetzt im Innenhof der Schulfarm Scharfenberg. Hier liegt das Zentralgebäude mit Verwaltungstrakt, Lehrerzimmer, Mensa und Küche. Rechts davon das neue Schulgebäude, das erst 2008 errichtet worden ist. Die Schüler erhalten in der Mensa eine warme Mittagsmahlzeit, die Internatsschüler auch Frühstück und Abendbrot. Bei schönem Wetter können sie auf der Terrasse mit Blick auf den See essen. Können Sie sich eine schönere Schulumgebung vorstellen?

Gegründet wurde die Schulfarm im Frühjahr 1922 von Wilhelm Blume, einem 35-jährigen Studienrat  vom damaligen Humboldt-Gymnasium in Berlin-Mitte. Er stand unter dem Einfluss der Jugendbewegung des  „Wandervogel“, die 1896 in Berlin-Steglitz gegründet worden war. 1920  schuf  er  eine „Schulgemeinde“ (Schülerversammlung) und suchte für deren gemeinsame Ausflüge ein Schulgemeindehaus. Zuerst diente dafür ein Waldarbeiterhaus in der Stolper Feldmark, nordwestlich von Berlin. Blumes Vorbild war die Jasnaja Poljana von Leo Tolstoi,  eine naturnahe Internatsschule. In dem Stolper  Waldarbeiterhaus verbrachten Schüler und Lehrer die Wochenenden im Sommer und die ganzen Ferien. Da es sich als  zu klein erwies, suchte Blume eine größere Bleibe, die er schließlich auf der Insel Scharfenberg fand, wo die Bolle-Villa leer stand. So begann das Schulexperiment im Sommer 1921 mit einer „Sommerschule“, an der sich drei Lehrer (Blume, Cohn, Schmidt) und eine 10. Klasse vom Humboldt-Gymnasium beteiligten. Im Winter fand der Unterricht wieder in der Stammschule im Berliner Bezirk Mitte statt. Blume stellte dann den Antrag auf Dauerbetrieb der Sommerschule, den Schulrat Wilhelm  Paulsen bewilligte. Am 4. Mai 1922 nahm die Schule als „Sammelwahlschule“ im Versuchsstatus den Unterrichtsbetrieb auf. Beteiligt waren wieder drei Lehrer und eine 10. Klasse. Im Sommer 1923 – dem Jahr der großen Inflationskrise –  begann die Eigenbewirtschaftung der Landwirtschaft mit Hilfe eines eingestellten Diplomlandwirts. Die ersten Werkstätten wurden gegründet, das Kern-Kurssystem und die Gemeinschaftsarbeit entwickelten sich  zum Markenzeichen der reformpädagogischen Schule. Schon 1923 erhielt die Schule die Abiturberechtigung.

Das wichtigste Motto der Reformpädagogik, der sich die Schulfarm Scharfenberg verpflichtet fühlte,  heißt:  „Lernen mit Herz, Kopf und Hand“. Dieses Prinzip stammt von dem großen Pädagogen  Pestalozzi.  Neben das  kognitive Verstehen (Kopf)  tritt  die Bildung der Persönlichkeit (Herz) und die Entwicklung der körperlichen, vor allem der manuellen Fähigkeiten (Hand) des Kindes. Die Reformpädagogen wussten, dass nur starke Persönlichkeiten in der Lage sind, sich im  Strudel des Lebens ihren Mann zu bewähren. Ihr Lieblingswort war deshalb Goethes Lobpreis auf die Persönlichkeit aus seinem Gedichtzyklus „Westöstlicher Diwan“: „Höchstes Glück der Erdenkinder / Sei nur die Persönlichkeit.“- Der Wesenskern der Persönlichkeit sei in jedem Menschen schon von klein an  angelegt, er müsse  nur durch die helfende und leitende Hand des Pädagogen zum Erblühen gebracht werden. „Werde, der du bist!“ – dieses Wort von Friedrich Nietzsche wurde zum Leitfaden einer Pädagogik, die die Kinder nicht mehr nach den Regeln der Gesellschaft modeln, sondern ihnen den Weg ins Offene, in eine freie Selbstbestimmung zeigen wollten.

In der Didaktik des Unterrichtens gingen die Reformpädagogen völlig neue Wege. Lange galten  diese Lehrmethoden als „verschüttet“. Selbst  Lehrer  wissen oft nicht, dass   die didaktischen Konzepte, die ihnen heute  als moderne Errungenschaften angepriesen werden,  schon vor 100 Jahren von  den Pionieren der Reformpädagogik ersonnen wurden. Das fächerverbindende Lernen verdankt sich der Erkenntnis, dass man am besten lernt im Zusammenhang der Dinge, den  die wissenschaftliche Spezialisierung auseinander gerissen hat. Jahrgangsgemischte Lerngruppen erweisen sich als günstig, weil sich jüngere Schüler gerne von älteren belehren lassen und weil die älteren gerne Verantwortung übernehmen. Exkursionen zu fremden Lernorten erweitern den Horizont der Schüler, indem sie dem Lernen im  Klassenzimmer eine praktisch-anschauliche Dimension hinzufügen. Projektunterricht dient dazu, den Schülern in einem begrenzten Bereich  Eigenverantwortung für den Lernprozess zu übertragen.

In der Schulfarm Scharfenberg fanden Abendaussprachen statt, eine Einrichtung, die es  an keiner anderen Schule gab. Das waren Vollversammlungen der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter, bei denen alle wichtigen Belange der Schule diskutiert und beschlossen wurden. Dabei hatten die Schüler volles Stimmrecht und konnten schon durch ihre Anzahl die Lehrer überstimmen. Auch die Mitarbeiter, wie Fährleute, Bauer, Tischler usw., durften abstimmen. Dadurch wurde verdeutlicht, dass die Schule als Lebensgemeinschaft ernst genommen wurde, zu deren Gelingen alle, ob Hand-oder Kopfarbeiter,  beitragen müssen. Pädagogische Beobachter von außen sprachen wegen dieser ur-demokratischen Einrichtung von der Inselrepublik Scharfenberg.

Sie sehen hier einige Überbleibsel der alten Bolle-Villa. Sie hat man bei ihrem Abriss  gerettet und an der Fassade des  neuen Zentralgebäudes (1961) angebracht (Medaillons von Schiller und Homer und eine Leuchte) . Wenn Sie sich umdrehen, sehen sie hier den Gedenkstein für den Schulgründer Wilhelm Blume, der anlässlich der 75-Jahrfeier der Schule im Jahre  1997 aufgestellt wurde. Begraben liegt Blume  auf dem  Gemeindefriedhof Tegel. Dort hat er ein Ehrengrab der Stadt Berlin inne. Die Straße, die durch den Friedhof führt, heißt zudem Wilhelm-Blume-Allee.

Wir stehen jetzt vor dem alten Schulhaus der Schulfarm, das 1936 zusammen mit der Turnhalle zur Linken von Richard Ermisch  erbaut worden ist. Ermisch hat also trotz der modernen Ausrichtung seiner Architektur  auch in der NS-Zeit noch Häuser bauen dürfen. Die Turnhalle wurde im Jahre 2016 um einen Ankleidetrakt erweitert. Außerdem wurden die sanitären Anlage, Duschen und WC, saniert.

Wir stehen jetzt vor dem Kunsthaus, das früher Blumehaus hieß. Es wurde 1927 zeitgleich mit dem Fährhaus  von Richard Ermisch im Stil des Bauhauses errichtet. Es ist bis heute das Kunstzentrum der Schule. Im Gebäude befinden sich Werkstätten für den Kunstunterricht und Übungsräume für Musiker. Dazu einen 2014 neu errichteten Aufführungsraum. Rechts von der Tür sehen Sie eine Gedenktafel für zwei ehemalige Schüler, die sich dem antifaschistischen Widerstand angeschlossen haben und deswegen hingerichtet wurden: Hans Coppi und Hanno Günther. Sie verließen die Schule vor dem Abitur und schlossen sich der  Widerstandgruppe „Rote Kapelle“  an. Durch Verrat wurden sie entdeckt und von den Nazis ermordet.

Wenn wir den Uferweg entlang gehen, kommen wir zu fünf Internatshäusern. Zwei stehen auf der anderen Seite der Insel. Alle sieben Wohnhäuser bilden ein Oval um eine Bodensenke, wo sich vor der Trockenlegung ein Moor befand.  Die Pläne für die Häuser stammen von der Berliner Architektin Nina Kessler. Sie wurden 1956-1957 errichtet. Oben schlafen die Mädchen, unten die Jungen.  Duschen und WC befinden sich auf der rechten Seite der Häuser. Seit Anfang der 2000er Jahre wurden die Häuser nach und nach renoviert. Dabei erhielten sie auf den Komfort von modernen Jugendhotels. Immer zwei Schüler-Schlafräume teilen sich eine Nasszelle. Die  früheren 4-Bett-Zimmern wurden zu 2-Bett-Zimmern umgestaltet. Unten links befinden sich der Dienst- und Schlafraum der Betreuer und eine Küche. Die große Eingangshalle wird für Zusammenkünfte oder gemeinsame Mahlzeiten genutzt.

Schön im Wald versteckt sehen Sie jetzt die Lehrerwohnhäuser, die 1935 errichtet wurden. Der Architekt ist zu unserer Überraschung auch Richard Ermisch. Wie man sieht, hat er sich hier gänzlich den Stilauflagen der Nationalsozialisten, dem sog. Heimatschutzstil,  untergeordnet. Diese Häuser entsprechen dem Typus „Deutsches Haus“, was man vor allem an den steilen Satteldächern sehen kann.

Wenn wir auf den gepflasterten Mittelweg treten, sehen wir links den Sportplatz und danach die Weiden für die Tiere, die zum Bauernbetrieb gehören.

Auf der rechten Seite  sehen Sie den Biologie-Pavillon, der 1964/65 von Nina Kessler errichtet worden ist. Das Gebäude gehorcht mit seinem Flachdach dem Stil der „pragmatischen Moderne“, der in den 1960er Jahren üblich war.  In den 2000er Jahren wurde das Gebäude grundlegend renoviert und dabei auch eine moderne Schulbibliothek eingebaut.

Wo  heute das moderne  Gewächshaus aus Glas steht, befand sich  bis vor kurzem ein historisches Gebäude, das Gewächshaus aus dem Jahre 1951. Es wurde wegen Baufälligkeit im Jahre 2014 durch einen modernen Neubau ersetzt, der – wie Sie sehen können – auch als Unterrichtsraum benutzt werden kann. Aus demselben Jahr wie das historische Gewächshaus (1951) stammt  das Bienenhaus, in dem  die Imkerei untergebracht ist. Sie wird  von einem Lehrer und einer Schülerarbeitsgemeinschaft betrieben. Den  Honig verkaufen die Schüler der Imkerei  am Tag der Offenen Tür an die Besucher der Schule.

Wir haben unseren Rundgang über die Insel beendet. Ich möchte noch ein paar Ausführungen zur  heutigen Situation der Schulfarm Scharfenberg machen. Sie ist heute ein Ganztagsgymnasium mit drei Zügen, also insg. 450 Schülern. Ca. 80 Schüler wohnen im Internat, das von einem Freien Träger geführt wird. Lernen und leben sind also nicht mehr ganzheitlich verbunden, wie es die Reformpädagogik anstrebte, sondern getrennt. Die drei Züge der Schule entsprechen einem fachlichen Profil: musikalisch (Bläserklasse), künstlerisch oder biologisch. Für alle drei Fachrichtungen gibt es gute Bedingungen und gute Lehrkräfte, so dass eine fundierte und anregende Ausbildung der Schüler möglich ist. Die hohen Anmeldezahlen sind eine Beleg für die Attraktivität des schulischen Angebots und vielleicht auch für die  gute Qualität der pädagogischen Arbeit.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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