5. Tegeler Geschichts-Sonntage, 27. Mai und 3. Juni 2018

Tegel literarisch
Tegel als Ausflugsziel, seine reizvolle Natur und das Schinkelsche
Schlösschen samt Park haben schon früh auch Literaten
in ihren Bann gezogen. Merkwürdigerweise geriet Tegel durch
einen Spuk in den Mittelpunkt des Streits zwischen dem Aufklärer
Friedrich Nicolai und dem Anhänger von Sturm und
Drang und Geniekult Johann Wolfgang Goethe, jedenfalls
war er dies in jungen Jahren. Dem Heimatdichter und Pastor
Schmidt von Werneuchen boten Dorf und Kirche samt Kirchhof
reichlich Stoff für gefühlvolle Heimatgedichte, die wiederum
Goethe parodierte. Gottfried Keller schwärmte vom
„Weißen Haus am stillen See“, dem „nord`schen Geistersee“.
Heinrich Seidel bereicherte die Tegel-Literatur mit Schnurren
um den hier ansässigen erfolgreichen Chemiker Dr. Emil
Jacobsen, genannt Havelmüller, der selbst den Allgemeinen
Deutschen, nein, nicht Automobilclub, sondern: Reimverein
gründete. Kaum bekannt ist Walter Benjamins geradezu expressionistisches
Loblied auf die Arbeit bei Borsig in seinem
Radio-Hörspiel für Kinder. In krassem Gegensatz dazu schrieb
der an Attentatsvorbereitungen auf Hitler beteiligte Theologe
Dietrich Bonhoeffer bewegende Gedichte und eine Novelle
während seiner Haft im Tegeler Gefängnis. – Lesung mit
Claudia Johanna Bauer und Meinhard Schröder
 Freitag, 25. Mai, 19:30 Uhr | Humboldt-Bibliothek,
Karolinenstr. 9, 13507 Berlin | 1,5 Std. 6,- x/ermäßigt 4,- x

„Ich kenn ein Eiland, wunderbar, im blauen
Havelstrom …“
(Carl Unfug, 1901) – Valentinswerder
Valentinswerder ist mit 14 Hektar nach Scharfenberg die
zweitgrößte Insel im Tegeler See, angrenzend an eine Ausbuchtung
der Havel. Dieser Werder wurde 1874 von dem Bauunternehmer
Paul Haberkern erworben, als er seine Mietshäuser
am Schlesischen Tor verkaufen musste. Die Insel war
baum- und strauchlos, er ließ sie parkartig anlegen mit einem
Rondell in der Mitte und vier sternförmig abgehenden
Baumalleen und weiteren zahlreichen Anpflanzungen. An
der Südseite baute er eine Kolonie kleiner Sommerlandhäuser
sowie ein Ausflugsetablissement mit großem Saal, Kurhaus
oder Golf von Neapel genannt. Die Attraktivität der Insel
Tegel an Wald und Wasser
steigerte er mit einer Molken- und Badeanstalt. Für die Verbindung
mit dem Festland (in Spandau) sorgten Dampfer der
eigenen „Spandauer Schifffahrtsgesellschaft“, der ersten auf
den Oberhavelgewässern; sie diente schon bald dem Verkehr
zwischen der Insel und Spandau, Plötzensee, Saatwinkel, Tegel,
Heiligensee und Hennigsdorf. Von der wechselvollen Geschichte
der Insel, die im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen
wurde, erzählt Helga Haberkern bei ihrer Führung.
 Sonntag, 27. Mai, 10:00 Uhr | Anlegestelle auf der Insel
Valentinswerder | 1 h 6,- x/ermäßigt 4,- x/zzgl. Fährgeld

Vom armen Dorf zum begehrten Ausflugsort
und zur Großindustrie
Der Boden von Tegel war schlecht, also ging es den Bauern
nicht gut. Die Nonnen des Klosters Spandau, denen das Dorf
Tegel gehörte, nahmen darauf mit ihren Abgabeforderungen
Rücksicht. Nach der Reformation änderte sich das. Aber die
Bauern wussten sich auch zu wehren, wenn sie das Gefühl
hatten, von hohen Herren über den Tisch gezogen zu werden,
z. B. bei der sogenannten Bauernbefreiung. – Erst 60 Jahre
nach dem ersten Industriebetrieb, dem „Eisenhammer“, kam
mit dem Lokomotivbauer Borsig die Großindustrie nach Tegel.
Jetzt ging es Schlag auf Schlag: Wasserwerk, Gefängnis und
Gaswerk wurden auf Tegeler Gelände für Berlin gebaut. Und
die Bauern verdienten beim Grundstücksverkauf, als Wohnungen
für die Borsig-Arbeiter gebraucht wurden. Gleichzeitig
war Tegel der Ausflugsort für die Berliner. – Eine Übersichtsführung
für alle, die gern vor Ort etwas über die Geschichte
Tegels erfahren möchten. – Hans-Joachim Arnold
 Sonntag, 27. Mai, 11:00 Uhr | Denkmal August Wietholz
(Findling) hinter der Dorfkirche Alt-Tegel, 13507 Berlin
1,5 Std. Eintritt frei

Leinen los! – Geschichten vom Wassersport
in Tegel
Sieben Inseln machen den Tegeler See – mit 450 Hektar Fläche
der zweitgrößte See Berlins – zu einem geradezu verwunschenen
Wassersportrevier mit einer hohen Erholungsqualität.
Das wussten schon unsere Altvorderen zu schätzen. Sie
begannen gegen Ende des 19. Jahrhunderts Wassersportvereine zu gründen, um das Freizeitvergnügen auf dem Wasser in
Geselligkeit auszuüben. Heute gibt es von der Großen Malche
in Tegel bis nach Heiligensee 25 Segelvereine, dazu kommen
noch Ruder- und Kanu-Vereine. Im Sommer vergeht kein Wochenende,
an dem nicht eine Regatta stattfindet. Und viele
Freizeitkapitäne schippern bei schönem Wetter über den See.
Rainer Werner erzählt an Bord Geschichten über Regatten,
Stürme, Havarien, aber auch über Grenzkonflikte auf der Havel
zwischen Ost und West. Skipper: Rudolf Kristen
 Sonntag, 27. Mai, 11:30 Uhr und
 Sonntag, 3. Juni, 11:00 Uhr | Abfahrt: Anlegestelle an der
Greenwichpromenade – neben der Sechserbrücke!
13507 Berlin, begrenzte Teilnehmerzahl: je 15 Personen!
1,5 Std. 6,- x/ermäßigt 4,- x/zzgl. Bootsfahrt 12,- x

Die historische Entwicklung der Berliner
Forsten
Die Entwicklung des Berliner Waldes und somit auch der Berliner
Forsten ist untrennbar mit der stadt- wie auch weltpolitischen
Lage vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige
Zeit verbunden. Hierbei spielte die Bevölkerungsentwicklung
Berlins und die damit verbundene Bedeutung des Waldes für
die Erholung die entscheidende Rolle, die zur Gründung der
Berliner Forsten führte. Dies wandelte sich schlagartig durch
den 2. Weltkrieg bis hin zur späteren Blockade West-Berlins,
wodurch der Waldbestand noch bis in die heutige Zeit geprägt
wurde.
Erleben Sie die Geschichte Berlins der letzten 100 Jahre aus
Sicht des Berliner Waldes. – Führung mit Wolfgang Korn (stellvertr.
Forstamtsleiter)
 Sonntag, 27. Mai, 14:00 Uhr | Forstamt Tegel, 13503 Berlin,
Ruppiner Chaussee 78, Bus 124, Haltestelle Tegelgrund
1 Std. 6,- x/ermäßigt 4,- x

Scharfenberg – Reif für die Insel


Ein Eiland im Tegeler See, umgeben von breiten Schilfgürteln, bewachsen
mit seltenen Bäumen aus aller Welt; Schafe grasen auf saftigen Wiesen, Pferde traben
– von Kindern am Zügel geführt – durch das sandige Gelände. Ein Feriendorf für gestresste Städter? Ein Jugend-Camp der Pfadfinder? Nein: eine Schule! Ein Gymnasium mit Ganztagesbetrieb und angeschlossenem Internat. Es ist eine alt-ehrwürdige
Schule, 1922 von einem jugendbewegten Studienrat aus dem Wedding gegründet. Er wollte mit seinen Schülern dem Pauk-Betrieb der städtischen Gymnasien entfliehen und das
Lernen mit einem Leben in der Natur verbinden. Die Lernmethode war revolutionär: „Lernen mit Herz, Kopf und Hand“ – so hieß das Motto der Reformpädagogik. Vormittags Latein und
Mathe, nachmittags Tischlerei oder Schmiede. In der Landwirtschaft arbeiteten alle Schüler, da die Schule in den Anfängen der Weimarer Republik Selbstversorger war. Die Gemeinschaft
wurde großgeschrieben. Die Schüler durften über die Belange des Internats mit abstimmen. Pädagogen aus ganz Deutschland schwärmten von der pädagogischen Inselrepublik. – Führung
durch den ehemaligen Scharfenberg-Lehrer Rainer Werner

 Sonntag, 27. Mai, 14:30 Uhr | Bitte pünktlich wegen der Fähre! Treffpunkt: Fähre nach Scharfenberg, Wasserrettungsstelle Konradshöhe | 1,5 Std. 6,- x/ermäßigt 4,- x

■ Tegels Denkmäler

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal gestürzt, das Kriegerdenkmal auf der Dorfaue Alt-Tegel verändert und des Löwen beraubt – immer wieder gibt es Streit um Denkmäler. Natürlich auch
schon bei ihrer Errichtung. Aber nicht immer. 1934 wurde kein Widerspruch gegen
das Kriegerdenkmal als Helden-Ehrenmal geduldet, Opponenten hätten sich im KZ
wiedergefunden. Von den Feiernden haben sicher etliche ihr ersehntes Grab auf den
Schlachtfeldern gefunden. Sollte man nach dem Krieg ihrer wieder als Helden,
als Verteidiger des Vaterlandes gedenken? Man gab sich mit der scheinbar wenig anstößigen, alle einschließenden Formel „Den Opfern der Kriege und der Gewalt“ zufrieden. – Führung
zu verschiedenen Denk- und Erinnerungsmalen Tegels. – Führung mit Meinhard Schröder
 Sonntag, 27. Mai, 15:00 Uhr | Borsigtor (U-Bahnhof Borsigwerke), Berliner Str. 27, 13507 Berlin | 1,5 h
6,- x/ermäßigt 4,- x

Oma Anni und die Helden von Tegel


In der Not nach dem Ersten Weltkrieg beschloss die Gemeindevertretung
Tegel, eine Kleinhaussiedlung zu bauen. – In den Achtzigerjahren verkaufte Berlin die Siedlung an die GSW, nachdem es die Substanz der Häuser hatte verkommen lassen. Der nächste Käufer, die „Am Steinberg Entwicklungsgesellschaft mbH – Stonehill Gardens“, erinnerte sich nicht
mehr an den vertraglich vereinbarten Mieterschutz. Er sah in der Siedlung eine Goldgrube, an der ihn nur eins störte: die bisherigen Mieter. Mit horrenden Mietforderungen nach der
Luxussanierung versuchte er sie zu verdrängen, was nur zum Teil gelang. Jetzt hat ihn der Bundesgerichtshof gestoppt. Der jahrelange Kampf und die täglichen Demonstrationen
haben sich gelohnt – wegen des Mietspiegels auch ein Erfolg für die anderen Mieter in
Neu-Tegel. – Führung mit Hans Lenz
 Sonntag, 27. Mai, 15:30 Uhr | Tile-Brügge-Weg Ecke An der Heide, 13509 Berlin | 1 h 6,- x/ermäßigt 4,- x

700-Jahr-Feier
Wie wollen die Tegelerinnen und Tegeler das Jubiläum ihres
Ortsteils 2022 begehen? Das sollten wir schon jetzt besprechen.
Ein Umzug? Eine Ausstellung? Eine Festschrift? Ein Festakt?
Ein Konzert? Eine Tegel-Hymne? Ein großes Wandgemälde?
Ein Fotoband? Eine Festveranstaltung? Mit Tschingderassabum
oder Schlagern oder Konzert? Ein Tag der offenen Türen
in Tegel? Ein Bootsfest? Eine Reihe von Geschichtsveranstaltungen?
Auch wenn der Termin noch weit entfernt erscheint, so gilt
es, keine Zeit zu verlieren und ein Festkomitee zu gründen.
 Samstag, 2. Juni, 19:30 Uhr | Seniorenfreizeitstätte
Alt-Tegel 43, 13507 Berlin | 1,5 Std. Eintritt frei

Jüdische Schülerinnen am Lyzeum Tegel nach 1933
Auf der einstündigen Exkursion suchen wir den ehemaligen Wohnort einiger
der sieben jüdischen Schülerinnen des Lyzeums Tegel auf und befassen uns
dabei mit dem Schicksal dieser jungen Mädchen und ihrer Familien. Eine 11. Klasse des Bülow-
Gymnasiums hatte sich anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Schule im Geschichtsunterricht
(mit Hilfe eines Historikers des Vereins „Miphgash-Begegnung“) auf die Suche nach Spuren und Zeugnissen gemacht. Die Spuren zu den Schülerinnen und ihren Familien führen nach Waidmannslust (Nach der Höhe und Gutachstraße), nach Wittenau (Graf-Haeseler-Straße), nach Borsigwalde (Ernststraße) und nach Tegel (Karolinenstraße, Berliner Straße). – Führung mit Dr. Roland Jerzewski
 Sonntag, 3. Juni, 11:00 Uhr | vor der Gabriele-von-Bülow-Schule, Tile-Brügge-Weg 63, 13509 Berlin | 1 h
6,- x/ermäßigt 4,- x

Auf der Hallig


Die Tegeler Hallig liegt zwischen der Kleinen Malche, einer Bucht am südlichen Ausgang
des Tegeler Sees, und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Wird diese Hallig bei Sturmfluten vom Festland abgetrennt und ist dann eine Insel im Meer wie ihre Namensschwestern in der Nordsee? Und: Die Tegeler Hallig ist eine künstliche Halbinsel – entstanden durch den Bau des
Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals, genauer: durch den Umbau dieses Kanals im Rahmen des Großschifffahrtsweges Berlin-Stettin. Und wie entstand die Hakenfelder Insel, auf der
sich über Jahrzehnte das Siemens-Kabelwerk befand? Und warum macht der alte Kanal einen spitzwinkligen Haken? Eine ganze Geschichte des Wasserstraßenbaus hängt an der
Tegeler Hallig. Und was hat der Hafen in Tegel damit zu tun? Viel … – Zum Abschluss können wir im Café im Bienenstock einkehren. – Führung mit Meinhard Schröder
 Sonntag, 3. Juni, 12:30 Uhr | Parkplatz Saatwinkel vor dem Café im Bienenstock, Im Saatwinkel 17 – 19, 13599 Berlin 0,75 Std. 6,- x/ermäßigt 4,- x

Blaue Zwiebeltürme über Tegel – Der russische
Friedhof
Nicht weit von der Stadtautobahn entfernt entdeckt man eine bauliche Rarität im Norden Berlins. Die russisch-orthodoxe Kirche St. Konstantin und Helena. Sie gehört zu dem Friedhof der
Bruderschaft des heiligen Fürsten Wladimir. Erbaut wurde sie 1894 nach dem Vorbild der Basilius-Kathedrale in Moskau von dem deutschen Architekten Albert Bohm. Auf dem Friedhof
liegen zahlreiche Exilrussen begraben, darunter viele bekannte Adelige. Auch der Vater des Schriftstellers Vladimir Nabokov fand hier seine letzte Ruhestätte. In der Schlacht um Berlin
fielen 1945 viele russische Soldaten. Sie wurden in heimischer Erde auf dem Friedhof der Tegeler Kirche beigesetzt. Zar Alexander III. hatte zur Einweihung des Friedhofs 4.000 Tonnen
Erde aus Russland nach Tegel transportieren lassen, so dass der Friedhof fünf Zentimeter mit russischer Heimaterde bedeckt ist. Die orthodoxe Tradition verlangt ein Begräbnis in
heimatlicher Erde. – Der Gang über den Friedhof bietet eine Kulturgeschichte der wechselvollen Beziehungen zwischen Deutschen und Russen. – Führung mit Rainer Werner
 Sonntag, 3. Juni, 14:30 Uhr | Wittestraße 37, 13509 Berlin – 1,5 Std. 6,- x/ermäßigt 4,- x

Wölbäcker
Die neue LIDAR-Technik erbrachte nicht nur in Guatemala sensationelle Erkenntnisse zur Maya-Kultur. Im Tegeler Forst ließ sich mit ihren Ergebnissen zeigen, dass der Wald hier im
Mittelalter über Jahrhunderte hinweg gerodet und als Ackerland benutzt wurde. Die Ackerflächen können heute noch leicht von Laien anhand ihrer überraschenden und sehr ungewöhnlichen
Gestalt erkannt werden. Die Führung zu einem dieser so genannten Wölbäcker beginnt am Rand von Konradshöhe und beinhaltet Informationen zur lokalen Geschichte und den Besonderheiten
dieser Art von Ackerbewirtschaftung. Laufweg ca. 2 km, Dauer 1 h, festes Schuhwerk ratsam.
– Führung mit Lutz Essers
Wer mag, ist anschließend noch zu einer größeren Runde durch den Forst eingeladen. Gezeigt werden weitere archäologische Spuren im Wald sowie die Besonderheiten einer
zweiten Ackerfläche.
 Sonntag, 3. Juni, 15:00 Uhr | Bus 222, Haltestelle Spechtstr., 13505 Berlin | 1 h 6,- x/ermäßigt 4,- x

60 Jahre U-Bahn in Tegel!
Nach nur viereinhalb Jahren Bauzeit war es endlich so weit: Die U-Bahn verband ab 31. Mai 1958 Tegel billig und schnell mit der Innenstadt. Mit dem ersten Nachkriegsneubau konnte die Nord-Süd-Verbindung C von Seestraße bis Tegel verlängert werden. Fortschritte im Verkehr begleiteten und bedingten jede Etappe im Aufstieg des Dorfes, der Gemeinde, des Ortsteils: die Chaussee
von 1848 bis an die Havel bei Hennigsdorf, die Pferdebahn, die Eisenbahn, die Elektrische, die
S-Bahn und schließlich die U-Bahn – später gefolgt von der Autobahn. Die Tegeler waren sich
der Bedeutung des U-Bahn-Anschlusses bewusst und feierten die Einweihung mit einem Festumzug, an dem sich auch etliche lokale Geschäfte und Gastronomiebetriebe mit einfallsreichen Beiträgen beteiligten. Davon zeugt der Reim des Seepavillons an seinem Pferdewagen: „Die U-Bahn schafft `ne neue Regel: Ganz Berlin fährt jetzt nach Tegel!“ Ganz Berlin? Nein, man dachte nur an die Westbezirke. Den Zustrom nach Tegel konnten die Gastronomen nicht mehr bedarfsgerecht bedienen, als mit dem Mauerbau die billigen
Arbeitskräfte aus dem Osten wegblieben. – Führung mit Meinhard Schröder
 Sonntag, 3. Juni, 16:30 Uhr | U-Bahnhof Alt-Tegel, Alt-Tegel am Brunnen, 13507 Berlin | 0,75 h 4,- x/ermäßigt 3,- x

Die erste psychoanalytische Klinik weltweit!
In Tegel!
Entgegen dem ursprünglichen Konzept einer vornehmen Villenkolonie ohne Sanatorien und Fabriken ließ die Schlossbesitzerin Constanze von Heinz doch den Bau einer Klinik im
Schlossbezirk zu. Ein windiger Mediziner versprach Tbc-Kranken Heilung, flog aber bald auf. Im Ersten Weltkrieg ließ sich auch hier mit einem Lazarett Geld verdienen. 1929 eröffnete
Dr. Simmel in dem Gebäude die erste psychoanalytische Klinik weltweit und fand beim Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, Anerkennung für sein Konzept. Die Mutter
des heutigen britischen Prinzgemahls Philip, Prinzessin Alice von Battenberg, ließ sich hier behandeln. Bevor die Denkmalschutzbewegung das wertvolle Gebäude unter Schutz stellen
konnte, ließen die Schlossbesitzer es 1976 abreißen. – Führung mit Christa Barabbas
 Sonntag, 3. Juni, 18:00 Uhr | Gabrielenstr. 68 Ecke Campestr., 13507 Berlin | 0,75 h 6,- x/ermäßigt 4,- x

Achtung: Bitte begrenzte Teilnehmerzahl beachten sowie die pünktliche Abfahrt von Fähre und Boot!
Geschichtswerkstatt Tegel – http://www.geschichtswerkstatttegel.wordpress.com
Entwicklung und Organisation: Meinhard Schröder, Telefon: 030 43745207, E-Mail: havelbruegge@posteo.de
Mit freundlicher Unterstützung des Bezirksamts Reinickendorf im Rahmen der dezentralen Kulturarbeit
Abbildungen: L. Essers (Wölbäcker), A. Seifert (Leinen los), „Jüdische Schülerinnen“ aus: „Beilage zur Festschrift 100 Jahre Gabriele-von-Bülow-Oberschule „Zum Umgang mit der Vergangenheit“, Berlin 2002, Rest: M. Schröder, Archiv M. Schröder

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